Foto Essay – 37. Baarer Heimatbuch 2017 / 2018

Fotoessay

Sie alle haben etwas Gemeinsames – sei es etwas Geheimnisvolles, das tief im Verborgenen schlummert und vor der Öffentlichkeit verdeckt bleibt – oder etwas Offensichtliches, das für jeden Betrachter verständlich und sichtbar ist. Es sind ihre Geschichten, ihre Leidenschaften und Tätigkeiten, ihre Lebenswege und Schicksale, die sie in diesem Essay vereinen.

Mehr als vierzig Jahre habe ich in Baar gelebt, meine Kindheit und Jugendzeit im Schutzengelquartier  erbracht. Nachdem ich für diesen Fotoessay zugesagt habe, begab ich mich auf eine Reise in meine Vergangenheit. Ich erinnerte mich an flüchtige Bekanntschaften und an tiefe Freundschaften – an persönliche Geschichten und an fremde Erzählungen aus längst vergangenen Zeiten. Ich reflektierte Erlebnisse und Begegnungen und so entstand eine Liste mit spannenden Namen, zusammengewürfelt aus verschiedenen Zeitepochen, Gesellschaftsschichten und Kulturkreisen, die ich in diesem Essay zusammenführen wollte.

Auch wenn meine Wahl für den Betrachter, zumindest teilweise, im Verborgenen bleibt – die Zusammenstellung ist nicht zufällig. Vielmehr fühlte sich die Auswahl an wie ein spannendes Puzzle, welches ohne Anleitung Stück für Stück zusammengesetzt werden konnte, bis das Gesamtbild vollendet war – mit Persönlichkeiten und Charakteren, die alle entweder ihre Wurzeln in Baar oder einen ganz  persönlichen Bezug zu Baar haben und teilweise kaum mehr vom Baarer Dorfbild und seiner Geschichte wegzudenken sind. Die geduldige ältere Dame, welche in meiner Kindheit einen kleinen Kellerkiosk im Schutzengelquartier führte, der liebenswürdige Mann, der im Veloraum am Bahnhof lebt, der «Caballero», welcher über Jahrzehnte hoch zu Ross den Fasnachtsumzug anführte, der fröhliche Trödelhänder, der Erfinder einer neuen, virtuellen Währung oder der Künstler, der gerade an der Skulptur fürs Eidgenössische Schwingfest arbeitet.

Es war eine sehr spannende Arbeit mit vielen wunderbaren Begegnungen.

Pit Bühler